Italien

Warum Italien und dann noch mitten im Sommer, wenn es so richtig schön heiß ist????
Das hab´ ich mich auch gefragt. Aber nun gut, ich habe mehrmals erwähnt, dass es um diese Jahreszeit in Italien mehr wie heiß sein kann und das es nicht immer unbedingt toll ist dann.
Caro möchte einmal unbedingt den Ötzi im National-Museum in Bozen sehen und so begannen wir dann im Januar die groben Planungen.

Nachdem wir die grobe Reiseroute festgelegt hatten, mussten noch diverse andere grundlegende Dinge geklärt werden, wie zum Beispiel Maut für Österreich und oder Schweiz, Impfungen, Reservierungen eines Campingplatzes und ähnliches, aber es musste auch noch einiges am Womo selbst erledigt werden.

Gut, die Zeit ging dahin und der Sommerurlaub kam näher.

Die Dachfenster haben wir gegen Klarglasdachfenster ausgetauscht und haben nun etwas mehr Licht im Bad und im Wohnraum, da wir das Dachfenster im Alkoven auch ausgetauscht haben.
Endlich konnten wir dann auch die Regenrinne ankleben, die uns vor einer Frischwasserdusche nach einem Regenguss während des Aussteigen bewahren soll.
Die Mautfrage ist auch geklärt und wir können unsere Go-Box bereits in Deutschland bekommen und da wir das ganze auf unser Geschäft angemeldet haben, brauchen wir keine Vorrauszahlungen zu leisten, sondern können es bequem abbuchen lassen.

Impfungen sind auch alle erledigt, haben auch gleich wieder mächtig viel Geld gekostet und somit die Pharma-Industrie kräftig unterstützt.

Nach einem Kurzen Tripp nach Holland zu Obelink und bekannten Lebensmitteln-Discountern haben wir noch die letzten fehlenden Sachen und pfandfreie Getränke besorgt.

Und zum guten Schluss hat Wohni noch einen Teppich bekommen.

Das Wetter ist in dieser Woche nur zum Schreien.....
Schwülwarm bei 30° C und mehr und immer wieder Gewitter. Aber so können wir uns schon mal ein wenig an die Temperaturen gewöhnen....
So langsam wird das Wohni immer voller gepackt und nimmt unsere ganzen Sachen und Vorräte bereitwillig auf.

Nachdem nun alles verstaut und gepackt ist fahren wir am Dienstag Nachmittag mit Wohni dann mal zum Wiegen, um wenigsten annähernd mal über die Achslast bescheid zu wissen.
Das ganze ist ziemlich ernüchternd und wir müssen dann abends noch mal das ein oder andere wieder umpacken und auch zu Hause lassen. Aber es hat alles geklappt und wir sind eigentlich reisefertig.

So, nachdem Caro zum letzten Schultag in die Schule entschwunden ist, beginnen wir damit den letzten Rest im Kühlschrank zu verstauen und noch mal alles wichtige zu kontrollieren.
Bis 10:00 Uhr müssen wir fertig sein, denn dann hat Caro ihren Abschlussgottesdienst in der Grundschule. Da sie nach den Sommerferien die Schule wechselt, möchte sie schon ganz gerne, das wir alle, einschl. Oma und Opa dabei sind.


Wir können dann so gegen 11:00 Uhr endlich vom Schulzentrum aus starten und beginnen unsere Fahrt gen Süden.
Die Route führt uns über Würzburg nach Ulm und dann weiter Richtung Süden.
Wir haben uns aufgrund der Stellplatz-Situation dazu entschlossen nicht über München zu fahren, sondern über Ulm, da es dort an der Strecke wesentlich mehr Stellplätze gibt.

Wir kommen ohne Stau bis zum ersten großen Stopp bis nach Dettingen an der Iller. Dort holen wir unsere GO-Box für Österreich, die wir bereits schon im Januar beantragt haben.
Es klappt ganz ohne Probleme. Da wir sehr gut in der Zeit liegen und das Wetter noch einigermaßen erträglich ist, entschließen wir uns den wirklich nicht sehr einladenden Rastplatz nach einer kurzen Pause wieder zu verlassen und es noch bis nach Nesselwang zu wagen.
Gesagt, getan, nachdem wir ein schon leicht angetautes Eis aus dem Kühlfach verspeist haben geht es weiter Richtung Nesselwang.

Wir kommen dort nach gut einer Stunde Fahrt an und sind froh dort noch einen Stellplatz zu finden.
Leider wird der Stellplatz seinem Anspruch eines Top-Platzes nicht ganz gerecht.
Das ganze ist eigentlich nur ein großer  Parkplatz unterhalb der Alp-Spitzbahn und ziemlich lieblos ohne klare Parzellierung angelegt. Man bekommt sehr leicht den Eindruck, das man hier sich nicht nur ein goldenes Näschen verdienen möchte, sondern ganz klar in die Richtung der Abzocke geht. Zumal für jedes KW Strom auch noch 1€ fällig wird.
Nun da nach 515 km Fahrt unsere bordeigene Stromversorgung sichergestellt ist, brauchen wir uns darüber nicht mehr zu ärgern.

Wir verstauen alles ein wenig und dann machen wir uns so gegen 17:30 Uhr mal Richtung Ortsmitte auf, um die 8€ für den Stellplatz zu zahlen. Der am Stellplatz befindliche Automat nimmt nur 1€-Münzen oder noch kleiner und Mario hat keine Lust den Automaten mit Münzen zu füttern.
Das gibt dann gleich noch ein Minus für diesen Stellplatz, zumal man auch irgendwelche sanitären Anlagen vergeblich sucht.
Wenigsten entschädigt uns das Örtchen ein wenig, ebenso, dass trotz bedrohlicher Wolken trocken bleibt und dass es ein wenig durch ein Gewitter abgekühlt hat.
Zähneknirschend bezahlen wir dann bei der Tournistinfo unseren Obolus und machen noch im Aldi zwei, drei Besorgungen und schlendern dann doch ob der drohenden schwarzen Wolken etwas schneller zum Womo zurück und lassen den Abend gemütlich ausklingen und berichten unserem Nachbarn die neusten Ding aus der Heimat. Es sind ebenfalls Siegerländer, auf der Rückreise von Kroatien.

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Nach einer ruhigen Nacht beginnen wir den Tag mit einem Frühstück und entschließen uns bei dem schönen Wetter noch die Sommerrodelbahn auszuprobieren. Aufgrund unserer Gästekarte können wir eine 6-Karte für 18€ lösen.


Wir genießen bei der Sesselliftfahrt die tolle Aussicht und bei der Abfahrt ins Tal den noch frischen Wind, der uns um die Nase weht.


Gegen Mittag geht es dann auf in Richtung Brenner.
Die Maut-Box haben wir schon am Vortag installiert und hoffen, dass diese auch funktionieren wird.

Wir passieren einige schöne Dörfer bevor es nach dem Zugspitztunnel über den Fernpass geht. Man kann ihn fahren, muss man nicht. Es sind nicht die engen Kurven oder die Steigung, respektive das Gefälle oder die enge Straße selbst. Nein, es sind diese doch sehr lebensmüden Motorradfahrer, die meinen alles und jeden bergauf oder bergab überholen zu müssen, egal ob genügend Platz und Straße vorhanden ist oder nicht. Also heißt es noch mehr Abstand zum Vorderfahrzeug halten und dadurch sich noch mehr Zorn der hinter einem fahrenden Autos auf sich zu ziehen. Sehen wir es mal positiv, dadurch verringert sich vielleicht die Gefahr vielleicht doch noch erste Hilfe bei diesen „Spinnern“ leisten zu müssen, weil dazu habe ich definitiv keine Lust.

Da uns allen langsam der Magen knurrt, halten wir auf einem einigermaßen ebenen Parkplatz an und lassen uns das Mittagessen schmecken.

So, jetzt sind wir gestärkt genug, um den 2. Teil unserer heutigen Etappe in Angriff zu nehmen. Nämlich den Brenner.
Langsam, aber unaufhaltsam schlängeln wir uns auf der Autobahn dem Pass entgegen.

Die Go-Box gibt unter jeder Mautbrücke ein deutlich zu vernehmendes „Piep“ von sich und der Verkehr nimmt langsam zu, ebenso steigt die Temperatur außen auf fast 35° C an. Im Auto sind es nur knapp 30° C, aber die Schwüle macht es uns allen zu schaffen.

Aber es hilft nichts, es geht nun stetig bergan und so langsam muss unser Duci auch erkennen, dass das nicht mehr im 5. Gang zu schaffen ist, sondern bittschön im vierten oder sogar im 3. Aber wir schaffen es immerhin noch einige LKWs und „Pommesbudenzieher“ zu überholen.
Wohni hat uns zuverlässig über den Brenner gehievt und somit kommen wir unserem heutigen Etappenziel immer näher.
Es ist der Autohof in Sterzing. Nicht schön, aber funktional.
Mario erkennt sehr schnell, dass er sprachlich an seine Grenze kommt und bittet mich nun zum „Einchecken“.
Gut, viel Italienisch sprechen kann ich noch nicht, aber immerhin reicht der Einsteiger-Kurs der Volkshochschule zu erahnen, was der freundliche ältere Herr von mir an Dokumenten haben und sehen möchte. Nach gut 5 min. werde ich mit einem freundlichen Ciao von dem Herren mit einem roten Zettel und um 12€ ärmer wieder entlassen mit dem Hinweis, dass wir uns einen Platz aussuchen können.
Da noch nicht viel los ist, haben wir praktisch freie Wahl und stellen uns ganz ans Ende des Stellplatzes unter einen Baum und sind froh erst einmal angekommen zu sein.
Caro erkundigt etwas den Platz, findet aber nichts besonderes und so entschließen wir uns mit den Fahrrädern ins „Örtchen“ zu fahren.
Die dunklen Gewitterwolken werden einfach mal ignoriert.

Aber allein schon die Tour mit dem Fahrrad nach Sterzing selbst ist ein Erlebnis der besonderen Art.
Nachdem wir etwas ziellos über den gesamten Autohof unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln gegurkt sind, haben wir endlich eine Straße gefunden, die uns ein Hinweisschild Richtung Sterzing preisgibt. Mutig folgen wir diesem und müssen bald feststellen, dass das doch noch recht spaßig bei der Rücktour werden wird.
Wohlbehalten, aber mit deutlich erhöhtem Stresspotenzial kommen wir in Sterzing an und bummeln durch den Ort.
An der Tourist-Info finden wir eine Karte, die uns verrät, wie wir etwas schneller nach „Hause“ kommen.
Auch finden wir hier schon erste Mitbringsel für die lieben Haus- und Fellnasensitter Peter und Gabi. Aber was es ist, wird nicht verraten.
Ein kurzer Blick zum Himmel verheißt nichts gutes und wir erahnen, das wir mächtig in die Pedale treten müssen um nicht gänzlich durchnässt an zu kommen.
Einigermaßen trocken kommen wir an und richten uns dann gemütlich ein. Der Regen hat mittlerweile wieder aufgehört und wir genießen unser Abendessen draußen.
Der Platz füllt sich so langsam und Mario und ich beginnen zu verstehen, warum sich Caravaner und Wohnmobilisten niemals gut verstehen werden.
Sämtliche Pommesbudenzieher, sprich Caravaner parken längs auch nur ohne mal darüber nachzudenken, wie viele Parkbuchten sie hier ganz einfach zu stellen. Es kommt auch niemand von Ihnen auf die Idee den Wohnwagen rückwärts einzuparken, abzukoppeln und das Zugfahrzeug daneben in die Parkbucht zu stellen, dann wären pro Caravaner vielleicht max. 3 Plätze belegt, so sind es manchmal 5 oder sogar 7 Parkplätze belegt.
Gut das wir nur einen brauchen, aber damit gewinnen die Pommesbudenzieher eindeutig den Preis der „sauren Gurke“. Nun gut, wir schauen dem Treiben noch ein wenig zu und fallen dann gegen 22:00 Uhr ins Bett.

 

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Heute stehen zwei Ziele auf unserem Etappenzettel

  1. Ötzi in Bozen besuchen
  2. das Örtchen Haflingen

Folge dessen sind wir schon um 8:00 Uhr dem Ruf des Weckers gefolgt und sind dann gegen 9:00 Uhr startklar und fahren bei jetzt schon schwül-warmen Wetter und lockeren 25° C gen Bozen.
Die Parkplatzsuche gestaltet sich aufgrund der Größe unseres Mobil etwas schwierig, aber am Stadion werden wir fündig und lösen erst einmal ein Parkschein und machen uns auf in Richtung Stadtzentrum um das Museum zu finden.

 

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Die Laune von Mario hat sich nun schlagartig verschlechtert, da ich mir nicht die Wegbeschreibung und die Adresse des Museums gemerkt habe. Nach endlosen Diskussionen und einigen Verwünschungen beider Seiten, stapfe ich ziemlich genervt in ein Schuhgeschäft und frage nach dem Weg.
Sehr freundlich wird mir auf halb Deutsch und halb Italienisch der Weg beschrieben und wir sind dann auch zügig dort.

Der Museumsbesuch hat sich gelohnt und wir haben sogar noch die Sonderausstellung zu dem Thema „Mumien aus aller Welt“ besucht.
Gegen 14:00 Uhr verlassen wir dann das gut klimatisierte Museum und bekommen draußen einen echten Hitzeschock. Mittlerweile ist es schon wieder über 30° C und unerträglich schwül.....

Unsere Laune befindet sich ebenfalls auf dem Tiefpunkt, denn uns hängt der Magen sonst wo, aber das Wetter macht ebenfalls allen zu schaffen.
Also schlendern wir langsam Richtung Womo zurück und kehren auf dem Walther-Platz noch nach einem kurzen Preis-Check in eine nette Pizzeria ein und Essen dort noch zu Mittag.

Das Womo erreichen wir wieder gegen 15:00 Uhr und zu unserem Erstaunen verzichtet Caro freiwillig Auf die Fahrt nach Haflingen. Auch ihr macht die Hitze zu schaffen und sie mag auch nicht mehr unnötig durch die Gegend fahren.
Nach einigen Überlegungen entschließen wir uns dann, schon mal die Fahrt Richtung Venedig auf zu nehmen und haben als Etappenziel für heute dann einen Stellplatz in der Nähe vom Gardasee ausfindig gemacht.

Kurz nach Bozen gibt es noch ein Spar-Markt, welchen wir noch kurz ansteuern, damit wir noch unsere Getränke und Lebensmittel-Vorräte auffüllen.
Irgendwie macht sich die herannahende Gewitterfront auch bei unserer Laune bemerkbar und gipfelt darin, dass Mario an der Kasse das Nutella-Glas fallen lässt und somit alles aus den Fugen gerät.
Caro ist sich keiner Schuld bewusst und tut dies auch kund, aber es trägt nicht zur Rettung der Situation bei. Ich wünsche mich derweil mal kurz auf den Mond oder sonst wo hin.....

Nach gut 2 Std. Fahrt erreichen wir unser Tagesziel und ich darf mal wieder „Einchecken“. Diesmal ist es schon etwas schwieriger, weil es wird kein Deutsch gesprochen. Aber nach ein paar Minuten habe ich alles geregelt und wir suchen uns unser kleines Plätzlein selbst aus.
Es erwartet uns ein traumhaft schöner, ruhiger und sehr idyllisch gelegener Stellplatz in der Stadt Colà.  Es gibt alles was das Herz eines Wohnmobilisten begehrt, freie Duschen- und Toilettenbenutzung, freier Strom, und einen wunderschönen Pool. Hinzu kommt noch eine gute Ver- und Entsorgungsmöglichkeit.
Wir entschließen uns bis Montag hier zu entspannen und stellen Wohni ab, kurbeln die Markise aus, werfen dank des freien Stromes mal die Klimaanlage an, damit es wenigsten zum Schlafen erträglich wird.


Gegen Abend genießen wir alle den Pool und natürlich ein schön gegrilltes Stück Fleisch und die Ruhe. Ahnen aber noch nicht, das es dabei nicht bleiben wird.
Gegen 23:00 Uhr, als wir ins Bett wollen kündigt sich in weiter durch ein Wetterleuchten ein Gewitter an.....

 

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