Karneval

Die Schule kündigte mit 2 beweglichen Ferientagen zu Karneval im Februar 2009 (24. bis 25.02.2009) unseren Saisonstart an. Als BonBon obendrauf hat der Rektor der Grundschule den Lehrerfortbildungstag auf Aschermittwoch gelegt – somit hatten wir 5 Tage  Frei.

Damit war klar, am Freitag den 20.02.2009 stehen wir mit gepackten Wohnmobil vor der Schule.

Das Vorspiel: Unsere Tochter will nach Erding in das Rutschenparadies, gleichzeitig hat Sie aber bei dem trockenen Winterwetter auch mit Asthma zu tun, was eher für die Nordsee spricht. Es wird Mitte Februar und südlich von Lüdenscheid gibt es immer mehr Schnee. 20 Zentimeter bei uns und Richtung München ist auch locker mal ein halber Meter drin. Zusätzlich Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Eine Woche vorher also mal noch schnell ein Winterschlappen für das Wohnmobil gekauft und aufgezogen, da wir dem Wetter irgendwie kein Vertrauen in Bezug auf Sommerreifen schenken können. Die ersten 250 Euro gehen in diesem Wohnmobiljahr dahin. Vor der Saison dann natürlich noch zur Inspektion diesmal mit Wechsel des Zahnriemens. Da waren dann die nächsten  400 Euro schon mal weg.

Endlich am 19. und 20 morgens alles eingeräumt und tatsächlich wir stehen pünktlich um 12:30 Uhr an der Schule, um unsere Tochter abzuholen. Damit wir nicht soviel Zeit verlieren gibt es zum Mittag nur ein paar selbstgeschmierte Brötchen in der Dinette und für den Fahrer direkt am Steuer.

Munter fahren wir, wenn auch mit viel Verkehr Richtung Norden. Nach Lüdenscheid kein Schnee mehr aber trotzdem noch kühle Temperaturen von 2 bis 3 Grad. Abfahrt in Bremen und noch nicht wärmer. Ich beschließe für unseren kleinen elektrischen Frostwächter kaufe ich in einem Baumarkt noch schnell ein normales 3 Meter Verlängerungskabel und finde dabei noch einen günstigen Heizlüfter den ich auch gleich mitnehme.

In Bremen kommen wir um 17:00 Uhr auf den Stellplatz Kuhhirtenwiese an und parken ein. Schnell angemeldet und für die nächsten zwei Tage direkt Brötchen mitbestellt. Der nette Mann vom Platz gibt mir einen Stadtplan und erklärt mir kurz alles was man wissen muss und wo wir hinwollen.

Gegen 18:00 Uhr nach Anschluss der Versorgungsleitungen und ausklappen der Stützen folgen wir dem Tipp des Stellplatzbetreibers. Es geht zu Fuß die 1,5 km in die Altsstadt, dort nehmen wir die Stadtmusikanten in Augenschein. Machen in paar Fotos und gehen am Roland und Rathhaus vorbei in die Böttcherstrasse runter zur Weser, dort beginnt die vom Betreiber empfohlene Schlemmermeile. Gleich im zweiten Gasthaus finden wir günstiges und bodenständiges deutsches Essen und kehren bei Feldmanns ein. Wirklich lecker und sehr günstig kehren wir vollgefuttert um 21:00 Uhr zum Wohnmobil zurück. Der neue Heizlüfter und die Truma haben aus den 3 Grad draußen – mollige 22 Grad drinnen gezaubert.

Da wir alle recht müde sind gehen wir auch umgehend ins Bett und verbringen eine ruhige Nacht.

Der nächste Tag: Ich suche nach den Brötchen....dann endlich finde ich das Versteck, auf der Tüte unser Kennzeichen und 4 leckere Brötchen darin. Nach dem Frühstück packe ich um 9:00 Uhr die Fahrräder aus der Heckgarage und muss feststellen, das der geringe Luftanteil in meinen Reifen, mein Gewicht wohl kaum tragen dürfte. Die Miniluftpumpe tut alles, aber wirklich Luft und Druck in den Reifen bekomme ich leider nicht. Nach etwas Verärgerung darüber warte ich bis die Nachbarn (haben 4 Räder hinten drauf) aus dem Wohnmobil kommen und Frage diesen nach einer Luftpumpe. Bereitwillig leiht er mir ein funktionierendes Exemplar und ich bekomme doch noch Luft in die Reifen. Somit steht fest – unsere Womowunschliste muss um eine Luftpumpe für die Fahrräder erweitert werden.

Nach Erfolg machen wir gerade noch kurz sauber im Womo und Caro bringt den Müll zum Container, dann kann es losgehen.

Ja aber wohin eigentlich. Nun wir fahren zuerst Richtung Bahnhof – das sind knapp 4 km. Es ist der 21.02. am Bahnhof frage ich alle, ob Sie noch mal die gleiche Strecke mit dem Fahrrad schaffen würden – schließlich sind wir alle blutige Anfänger auf dem Bike. Gut alle stimmen zu, somit geht es weiter an dem Park entlängst Richtung Universität. Dort ist das Science Center. Ein Museum, welches die Themen: Universum, Erde und Mensch – sowie im Außenbereich Wasser und Wind behandelt. Wir verbringen den Tag in dem Museum, dort gibt es unzählige Objekte und Versuche zur Selbsterfahrung. Mit Themen wie Luft, Vulkane, Erdbeben, Hebelwirkung, Gleichgewicht usw. Die Bilder zeigen einige Versuche von Carolin.

Um 17:00 Uhr steigen wir aufs Rad, um zurück zum Womo zu kommen. Unsere Hinterteile zeigen erste Schwächen, aber wir halten Tapfer durch, machen aber nochmals bei Tageslicht an den Stadtmusikanten halt und schauen uns auch den Bremer Roland genau an. Um 18:00 sind wir zurück am Stellplatz und verschließen unsere Räder neben dem Womo, da wir den nächsten Tag noch ein weiteres Ziel zu Rad ansteuern wollen. Abendessen und nach kurzen Surfen wieder Müde ab ins Bett. In der Nacht fängt es erstmals an zu regnen. Wir fürchten schon um unseren Nächsten Tag und schlafen etwas unruhig, da der Stellplatz unter einem Baum liegt und die dicken Tropfen dauern niederprasseln, man muss sich zu Anfang der Saison wohl erst daran gewöhnen.

Der nächste Tag. Der Himmel ist wieder trocken, denn er weiß wohl, das wir wieder mit den Rädern los wollen. Die sind natürlich noch nass vom Regen in der Nacht. Gut Carolin holt die bestellten Brötchen und früh um 8:00 Uhr sind wir zugange. Schaffen dadurch unsere geplante Abfahrt um 9:15 Uhr und kommen mit dem Fahrrad 10 Minuten zu früh am Überseemuseum nahe des Bahnhofes in Bremen an.

Das Überseemuseum ist in div. Teile aufgegliedert von Asien über Ozeanien kommen wir nach Afrika und finden sehr viele interrasante Exponate.  Die Bilder sprechen hier für Sich.

Angeschlossen daran ist der „Schaukasten“, hier sind viele Exponate und Tiere ausgestellt, die zum Teil schon sehr alt sind. Alles ist  in Auszugschubladen und Vitrinen  nach Nummern sortiert aufbewahrt.

Alles in allem sind wir gegen Mittag bereits durch und haben alles gesehen. Während wir im Museum sind regnet es bereits wieder und wir fragen uns, wie wir wohl die Sättel unserer Räder trocken bekommen. Zum Glück hat der Regen aufgehört, als wir aus dem Museum kommen, meine Frau hatte zum Glück die tolle Idee Papierhandtücher von Toilette mitzubringen, das schafft trockene Sättel.

Gegen 13:00 Uhr in der Innenstadt kehren wir schnell in einem Subway-Restaurant ein. Warum auch immer hat dieser keine Getränke mehr und wir nehmen das Wasser aus dem Rucksack dazu. Jetzt wird es zeit, denn zum einen fängt es erneut an zu regnen und zum zweiten muss bis 14:00 Uhr der Stellplatz geräumt sonst würde ein weiterer Tag kostentechnisch hinzukommen. An einer roten Ampel träumt unsere Tochter und rauscht mir mit Ihrem Fahrrad hinten rein. Zum Glück ist kein Schaden entstanden. Nun ist heute Sonntag der 22.02.2009 und wir sind somit gegen ca.: 14:00 Uhr am Womo, räumen alles ein – bei den Fahrräder in der Heckgarage fluche ich ein wenig über die Enge, das herausräumen war schon aufwendig, das hineinbringen aber umso mehr. OK gegen 14:30 Uhr ist alle verstaut, wir entsorgen noch unser Grauwasser und sind auf wieder dem Weg Richtung Norden – diesmal ist es die Stadt und nur bedingt die Himmelsrichtung, denn von Bremen aus ist es Richtung West-Nord-West.

Sicher bringt uns das Navi über schmale Straßen und schöne Orte nach Norddeich, wo der Stellplatz am Ocean Wave zu unserem erstaunen trotz Winterlicher Temperaturen bereits voll ist, zumindest gibt es auf dem Platz mit Stromsäulen keinen freien Stellplatz mehr. Ok wir sind verwöhnt und kennen eigentlich nur das Leben mit Strom aus der Steckdose, unseren Batterien vertrauen wir noch nicht. Nun gut, wir werden das schon schaffen.

Wir finden einen Platz stehen recht gerade. Nun folgt die Anmeldung, der Preis von 54 Euro für 3 Tage ist schon recht hoch, aber dafür ist der Eintritt ins das Meerwasserschwimmbad mit 50 % reduziert und auch im Restaurant gibt noch 10%. Wasser nachtanken ist zudem kostenlos. Wir erhalten eine Wohnmobilservicecard, die auch zum wiederkommen einlädt.

Nach dem Abendessen im Wohnmobil machen meine Frau und ich noch einen Spaziergang auf dem Areal, um schon mal zu schauen, wo die Seehundstation ist und wie wir den nächsten Tag gestalten wollen. Zurück am Stellplatz drehe ich die Stützen herunter und sehe ein Wohnmobil den Strom-Platz verlassen. Schnell noch mal geschaut – und wirklich es ist ein Platz frei geworden. Die Stützen wieder hoch, die Isomatten im Führerhaus entfernt und rübergelaufen, um den Platz freizuhalten bis Petra mit dem Mobil kommt.. Puh ein Stellplatz auf dem gepflasterten haben wir schon mal. Beim rangieren fährt Petra zwar einmal die Auffahrkeile vorne herunter und bricht ein Stück ab, aber egal wir haben geschafft. Die Ernüchterung kam schnell, als ich feststellen musste, das es trotzdem im Umkreis von 25 Meter (=Länge meiner Kabeltrommel) keine freie Steckdose gab.

Ok also doch eine Nacht auf Batterie. Da wir nun Strom sparen wollten, gingen wir einfach früh ins Bett und die Truma hat bei 1 Grad Außentemperatur fast die ganze Nacht geblasen und somit Strom verbraucht. Trotzdem hatten wir morgens noch Licht und auch Strom für die Wasserpumpe. Also taugen die Batterien doch etwas, denn ich habe das Radio angemacht und es dudelte noch fröhlich eine Stunde. Gegen 9:30 fährt unser Nachbar ab und ich kann uns wieder an den Strom hängen. 1 Euro für 2 KW – OK mal schauen weil lange das dann hält – ist auf jeden Fall nichts für einen 1 KW Heizlüfter wie in Bremen wo 8 Stunden ein Euro gekostet haben – somit bleibt die Truma an um den Strom für den Kühlschrank und die anderen Verbraucher zu nutzen.

Um 10:00 machte dann am Montag die Seehundstation auf, dort werden die Heuler großgezogen, bis man Sie wieder in die Freiheit entlassen kann. Außerdem wird hier ein wenig das Wattenmehr erklärt. Um 11:00 Uhr dann Fütterung, aber schaut Euch diese Bilder einfach selbst an.

Gegen 12:00 Uhr sind wir dann zum essen in das Restaurant mit 10% gegangen. Das Essen war gut, wenn auch nicht so reichlich, wie wir uns das gewünscht hatten. Aber na ja wir wollten ja eh jetzt schwimmen gehen und da sollte der Magen ja nicht so voll sein. Wir packen unsere Schwimmtasche und gehen ins Oecean Wave. Ein tolles Schwimmbad mit Meerwasser, Rutsche, Wellenbad, vielen Wirkpools und tollen Saunen. Ein toller Tag darin geht gegen Abend zuende. Am Ausgang nehme ich noch eine kostenlose Wertmarke für Trinkwasser mit, da sich unser von zuhause mitgenommener Wasservorrat dem Ende zuneigt.

Ich fahre zur Entsorgungsstation, Entsorge Grauwasser und tanke ca: 100 Liter Frischwasser neu ein. In der Zeit erfriert Petra fast am Stellplatz bei unseren Keilen da das Wasser nur in den Tank tröpfelt und nicht schnell fließt, zumal ich auch noch 2 Womos vor mir habe.

Alles erledigt, stelle ich mich auf einen geraderen Platz. Heute am Montag 23.02.2009 sind etliche abgereist, daher können wir an einen Platz an dem wir keine Keile benötigen und auch die Stützen nach unten klappen können. Auf unserer Strom-Uhr sind noch 1, 2 KW an Strom drauf.  Eine Andere Säule in der nähe des neuen Stellplatzes weißt von einem abgereisten Womo noch 5,8 KW auf. Wir stöpseln um und freuen uns über den günstigen Strom. Die Freude ist getrübt, als die erste Gasfalsche leer wird und es auskühlt. Ich stöpsele um und wir heizen trotz Stromabrechnung nach KW kurz und intensiv einmal mit dem Heizlüfter hoch. Zu unserer Verwunderung nimmt die Säule an KW´s nicht ab und bleibt bei 5,8 KW.

In dem Restaurant von Mittags gab es selbst gebrautes Bier, wir denken uns abends ein frisches Bier vom fass wäre toll. Carolin will lesen und Nintendo spielen, da Beschließen wir noch auf ein Bier in diese Gastsatte zu gehen. Carolin bleibt im Womo. Wir kommen an der Gaststätte um 20:00 Uhr an, da müssen wir feststellen –schon geschlossen. Schade aber hinter der Touristinformation scheint noch etwas wie eine Kneipe zu sein. „Bei Uschi“ kleine Gaststätte mit Zapfhähnen an der Theke, wir kehren ein und finden nur noch ein Platz an der Theke. Dort sitzen bereits zwei Pärchen, Aus dem Gespräch ergibt sich. Beides Womo.-Paare aus dem Ruhrgebiet. Wir kommen uns vor wie Jupps Kneipe und haben viel Spaß, nach etlichen Bierchen kehren wir zum Wohnmobil zurück.

Dort angekommen geht der erste Blick zum Strom. Keine Änderung. Juchhu unser Gasvorrat ist gesichert, wir können somit elektrisch heizen bei Temperaturen um 0 Grad, dadurch trockenen unsere Handtücher im Bad viel schneller, da wir binnen kurzen 24 Grad haben.
Im Wohnmobil um 23:00 Uhr dann stellen wir fest, das sich Carolin ins Heckbett gelegt hat und schläft. OK Petra geht in den Alkoven und schläft dort auch bestens.