Italien

Heute geht es nach Venedig.....

Der Bus zum Hafen fährt direkt vor dem Camping-Platz ab.
Mario löst unsere Tickets und erleidet eine kurze und heftige Schnapp-Atmung.
Für uns Drei kostet der „Eintritt“ nach Venedig gute 60€, aber immerhin können wir uns mit diesem Ticket dann frei auf allen Wasserlinien, sprich mit dem ÖPNV, also dem Schiff bewegen.

Nach einer guten ¾ Std. Fahrt mit der Fähre legen wir in Venedig in der Nähe des Marcus-Platzes an.
Man bekommt ab hier auch nicht mehr wirklich keinen Einheimischen mehr zu Gesicht, sondern nur noch Touristen aus allen möglichen Ländern dieser Welt.
Der Komet sticht bereits wieder ohne Erbarmen vom wolkenlosen Himmel und lässt das Thermometer sehr schnell auf geschmeidige 30°C ansteigen.
Wir gehen Richtung Markusplatz, lassen den Touri-Nepp-Versuchen seitens der Souvenirverkäufer so gut es geht keine Chance.

Am Marcus-Platz angekommen, fühlen wir uns wie auf einem großen Rummel. Überall stehen die Touri-Nepp-Buden herum, aber man wird nicht angequatscht, dass man doch bitteschön etwas kaufen möge.

Nun gut, wir lassen uns ein wenig von den anderen Touris in Richtung dem nächsten Sight-seeing-point schieben...., etwas anderes ist auch aufgrund der Massen nicht wirklich möglich.
Aber dennoch kämpfen wir uns zu einer Haltestelle eines Wassertaxis vor, „springen“ ins selbe uns lassen uns zum gegnüberliegenden Ufer schippern.
Dort besichtigen dann eine ebenso schöne wie etwas kleinere Kirche ohne hindurch geschoben zu werden.

Zügig entern wir ein weiteres Wassertaxis und lassen uns ein wenig weiterbringen. Aber die Rialto-Brücke über den Canale grande ist ein touristisches Muss für jeden Venedig-Besucher.
Aber davon später mehr.

Wir machen uns auf den Weg und „schlendern“ ein wenig durch die überfüllten Gassen, bis wir die Nase voll haben und es mal einem Weg probieren, der etwas  abseits liegt.
Eine Häuserbreite weiter weg von dem Hauptstrom der Massen, lässt sich ungefähr erahnen, wie es früher einmal hier ausgesehen haben muss und wie die Venezianer hier gelebt haben.

Nicht nur der Stand der Sonne zeigt an, dass es jetzt Mittagszeit sein muss, auch die Temperatur lässt keinen wirklichen Zweifel darüber, aber ein Satz ist völlig erhaben über jeden Zweifel und ist immer pünktlich im Rahmen 11:45 und 12:15 Uhr zu hören:
„Wann gibt’s Essen? ICH HABE HUNGER!!!!“

Gut nach einigen Debatten, ob man überhaupt etwas zu essen braucht und was dass wohl alles kosten werde, ist unsere Laune mal wieder auf dem Nullpunkt angekommen. Ziemlich lustlos latschen wir weiter.
Mir steht jetzt schon Venedig bis zum Hals, das schwüle Wetter ist auch  nicht meins und die ständigen Diskussionen erst recht nicht. Also trotte ich mit Caro hinter unserem „Guide“ her und erhasche mal hier und da ein Blick in die kleinen Läden, aber Muße da mal rein zu gehen habe ich nicht wirklich, es ist auch nicht „erwünscht“. Zum Glück kommen wir recht bald auf einen großen Platz, wo es so etwas ähnliches wie Pizza-Hut-Restaurant gibt, halt nur auf Italienisch.

Geduldig stelle ich mich an und habe zum Glück genügend Zeit mir zu überlegen, was und wie ich bestellen werde. Leider habe ich genau die „Bedienung“ erwischt, die weder Englisch noch Deutsch oder sonst irgendeine Fremdsprache spricht. Aber es klappt und jeder findet das auf seinem Tablett wieder, was er bei mir in Auftrag gegeben hat.

Nach einer guten Stunde Mittagspause raffen wir uns auf, verlassen das angenehm klimatisierte Schnellrestaurant.

Weiter geht es dann Richtung Rialto-Brücke und der Touristenstrom wird immer mehr und größer. Ein Abweichen nach rechts oder links ist jetzt völlig unmöglich und so ergeben wir uns unserem Schiksal.

Da wir erst kurz nach Mittag haben, und schon eigentlich alles sehenswerte abgegrast haben, beschließen wir wenigsten noch unsere „Bustickets“ auszunutzen. Wir nehmen die Linie 1 und gelangen nach gut 1 ½ Std. Fahrt auf der Glasbläser-Insel Murano.

Hier ist es wesentlich ruhiger und auch wesentlich weniger von den ganzen Touristen zu sehen.
Wir schlendern noch gut eine Stunde durch die Straßen bevor wir wieder an den „Hafen“ zurückkehren und das nächste Wassertaxi Richtung Venedig zu nehmen.

Von dort aus geht es dann auch ganz schnell mit der nächsten Fähre Richtung Campingplatz.

Nach einer weiteren abenteuerlichen Busfahrt kommen wir ziemlich geschafft und verschwitzt am Womo wieder an.

Nachdem nun alle geduscht sind lassen wir den Abend ganz gemütlich ausklingen.

Fazit: bei gut 70€ „Eintritt“ für Venedig hätten wir uns besser einen schönen Bildband gekauft, den man sich jederzeit wieder anschauen kann. Denn aufgrund der vielen Touristen, hohen Eintrittspreisen, lange Wartezeiten und der Hitze haben wir von irgendwelchen Besuchen von Museen und Besichtigungen abgesehen.

 

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Heute ist einfach nur Faulenzen angesagt. Wir lassen es ganz gemütlich mit einem guten Frühstück und Blödeleien seitens Papa angehen.

Gegen Nachmittag zieht es uns dann noch an den Strand.

Wir vertreiben uns hier mit den typischen Spielchen, wie Strandburgen-Bau die Zeit und erholen uns von dem doch recht stressigen Tag gestern.

Auch der heutige Tag dient noch mal zum Faulenzen, denn wir haben beschlossen, dass es morgen weiter gehen wird.

Wir gehen aber doch noch mal zum Strand und versuchen uns im Drachen steigen lassen.
Der Wind ist ausreichend, aber unsere Fertigkeiten reichen bei weitem nicht aus unseren Lenkdrachen sicher in der Luft zu halten.....

Gegen Abend packen wir dann soweit alles zusammen, damit wir morgen früh nur noch frühstücken müssen.

Nach dem problemlosen Auschecken geht es Richtung Autobahn.

Vorher versuchen wir aber noch in einem Mega-Famila noch etwas einzukaufen.
Parkplätze für unseren Nasenbären sind Mangelware, da wir aufgrund einer Höhenbegrenzung, na ja sagen wir mal die Durchfahrt ist aufgrund einer Unterführung in der Höhe begrenzt, nicht auf den Parkplatz kommen.
Also parken wir etwas abseits neben dem Gebäude und ich sprinte dann mal gleich los....
Mario und Caro „bewachen“ derweil das Womo.

Nun gut, also weiter geht’s. Einkaufswagen sind Mangelware und es ist einfach tierisch voll. Ich hüpfe also wie ein aufgescheuchtes Huhn von Regal zu Regal, versuche meine Habseligkeiten in einem Karton zu verstauen, aber dieser wird mir gleich von einer Verkäuferin mit einem absolut resoluten „non“  wieder entwendet. Ein bisschen Körperbeherrschung benötige schon, damit die Tomaten, das Brot und der Mozarella nicht auf dem Fußboden landen.
Geschafft!!!!!!
Nun weiter zu den Kassen, hier klappt alles ohne Probleme und es gibt sogar Tüten von den ich gebrauch mache.

Nach gefühlten zwei Stunden und einigen akrobatischen Körperverrenkungen finde ich auch das Womo wieder und bin erst einmal fertig.

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es dann wieder „back on the road“ und bis zur Autobahn reiht sich auf der Gegenseite ein Auto an das andere. Nur die „Motorini“ stört es nicht, sie überholen trotzdem.
Endlich ist die Autobahn erreicht und es geht bis Bologna recht zügig voran, aber dann schnappt die Staufalle zu und wir bewegen uns noch langsamer wie eine Schnecke vorwärts.
Aber nach einer guten Stunde haben wir auch dieses geschafft und kommen pünktlich zum Kaffeetrinken in Ferrara an.

 

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Wir erholen uns ein wenig von der Fahrt und wagen uns dann mit dem Drahtesel in Richtung Innenstadt. Unser Reiseführer hat nicht zuviel versprochen und die mittelalterlich anmutende Innenstadt ist wirklich sehr fahrradfreundlich und außer ein paar Taxis und einige Busse des ÖPNV ist kein Individualverkehr erwünscht.

Wir schlendern ein wenig mit dem Fahrrad weiter, besuchen eine Kirche und machen uns auf die Suche nach dem l’ ufficio tourismo. Aber die Suche dauert ewig, aber ganz versteckt im Innenhof des Wasserschlosses finden wir es und besorgen uns dort einige Informationen.

Da sich aber so langsam aber sicher ein menschliches Bedürfnis, nämlich Hunger, meldet, radeln wir langsam zum Stellplatz zurück und genießen ein gutes Abendessen und vor dem Womo noch das ein oder andere Gläschen Wein, bevor wir gut schlafen.

 

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Heute morgen weckt uns nicht der Wecker, sondern die rege Betriebsamkeit des angrenzenden Busbahnhofes. Aber das nicht weiter schlimm, denn wir wollen auch weiter Richtung Florenz.

Wir frühstücken aber dennoch in aller Ruhe, schauen derweil dem geschäftigem Treiben zu, aber auch der Italiener lässt es bei den Hitzegraden am frühen morgen ruhig angehen.

Eigentlich ist die Stadt viel zu schön, um sie wieder zu verlassen, aber der Name der geschichtsträchtigen Stadt Florenz ruft.

Wir machen uns auf den Weg und gelangen am frühen Nachmittag nach Florenz.
Mario schleust mich per GPS-Maus und Laptop quer durch die Stadt und dann zu dem Campingplatz.

Nach einigen Flüchen meinerseits und aufatmen keinen der lebensmüden, vespafahrenden Einheimischen erledigt zu haben, bin ich froh, dass wir doch noch einen Platz auf dem CP bekommen.

 

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Aber:
es ist dort die reine Abzocke!!!!!
Stellplätze, die für ein 8m-Mobil kaum gescheit zu erreichen sind,
katastrophale Sanitäranlagen, die ganz und gar nicht sauber sind,
ein Shop dessen Preisvergabe nicht ganz durchsichtig scheint.
Und, ja und die Stromversorgung ist auch so ein Ding.
Klimaanlage: Fehlanzeige. Die Sicherung gibt schon dann auf, wenn man den Finger nur Richtung Schalter der Klimaanlage bewegt, selbst der Camping-Wasserkocher mit 600W mag die Sicherung nicht wirklich.
Gut ,also verzichten wir auf den Kaffee und machen uns zur Erkundungstour Richtung Stadt auf.
Spontan erwerben wir an der Rezeption ein Ticket für den ÖPNV und fahren mit dem Bus.

„Unten“ in der Stadt angekommen schauen wir uns erst einmal die allerwichtigsten Sehenswürdigkeiten an.
Aber auch hier sind es wieder Massen von Touristen und es ist einfach zu voll, um sich gescheit irgendwo zu hin zu bewegen, geschweige denn sich mal nach rechts oder links zu wenden....
Aber ein monumentales Bauwerk-Trio muss dann schon sein:
Dom, Campanile und Baptisterium.

Den Dom besichtigen wir auch von innen und hier kommen zum erstenmal unsere Sharong aus dem Tropical Island zum Einsatz. Denn in diesem Dom müssen die Schulter deutlich bedeckt sein, sonst wird einem der Einlass verwehrt.

Den Rest des Ensemble betrachten wir nur von außen.
Dann schlendern wir entlang der Galleria degli uffizi (vergleichbar mit dem Louvre in Paris) Richtung „Goldschmiedebrücke“, richtig benannt: Ponte Vecchio.
Wir gehen langsam weiter und schauen mal rechts und links in die Schaufenster, können uns aber das dort feilgebotene Geschmeide nicht leisten.
Ob es hübsch ist, nun über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Unsere Füße meinen nun auch langsam es wäre jetzt gut. Caro hat sich eine Blase an der Ferse gelaufen und Notarzt Mama muss mal kurz Erste Hilfe leisten und ein bisschen in der Motivationskiste stöbern. Aber die ersehnte Bushaltestelle ist nicht mehr weit und das Versprechen eine Pizza zu bekommen lässt uns schnell dort ankommen.
Bald kommt auch schon der Bus und schaufelt uns den Berg hoch, denn der CP liegt oberhalb von Florenz. Wohl behalten wir kommen an und brauchen nur noch zum Womo.
Völlig erledigt strecken wir erst einmal alle Viere von uns.
Ich raffe mich auf und mein Duschzeug zusammen und möchte duschen gehen.
Aber der Dreck von heute morgen hat noch Verstärkung bekommen und der in den Toiletten ebenso. Also mache ich auf dem Absatz kehrt und bin ziemlich mutzig und benutze unsere eigene Dusche und Toilette.
Caro tut es mir gleich, Mario benutzt die CP eigenen Duschen, aber die schauen wohl auch nicht besser aus.
Man muss förmlich Angst haben, dass nicht irgendein Bazillus oder Virus von der Wand oder dem Boden einen „anspringt“.

Nichtsdestotrotz raffen wir uns nach getaner Körperpflege auf und machen uns auf die Suche nach der Pizzeria, wo wir angeblich ein paar % bekommen sollen, wenn man Gast auf dem CP ist.
Die Pizzeria liegt bei einem Tennisplatz und dort ist eine geschlossene Gesellschaft. Aber nach kurze ratlosen Gesichtern seitens der Kellner und einigen Brocken Italienisch meinerseits bekommen wir dann doch in der hintersten Ecke noch einen Platz und werden war zögerlich, aber dennoch freundlich bedient.
Das mit den % klappt auch, aber die Pizza fand ich jetzt nicht so toll.

Wir bezahlen und gehen zurück zum Campingplatz. Wir beratschlagen, was wir noch tun sollen. Mario und ich entscheiden uns noch für den Spaziergang zum Michel-Angelo-Platz der oberhalb des CP und der Pizzeria liegt. Es sind ca. 700m Fußweg und man hat einen ganz tollen Blick auf die gesamte Stadt Florenz.


Caro ist definitiv schon zu müde und sie möchte lieber im Womo bleiben. Nun gut, mit einem etwas unguten Gefühl lassen wir sie zurück und genießen trotzdem den Abendspaziergang.
Zurück auf dem Campingplatz genießen wir noch jeder ein Glas Wein. Was uns aber schon jetzt stört ist einerseits die Geräuschkulisse des CP’s  und die der umliegenden Bars und haben einige Bedenken, dass die Nacht nicht sehr ruhig verlaufen wird.
Wir beschließen dann, aufgrund der allgemeinen Situation den CP morgen früh zu verlassen und weiter des Weges zu ziehen.

Die Nacht wird, wie schon befürchtet nichtruhig. Mario schläft immerhin etwas, aber ich bekomme kein Auge zu....

 

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